Schule Galgenen

Geschichte

Kaplan Benedikt Hegner, Finstersee, schreibt in seinen «Geschichtlichen Notizen 1925» folgendes über die hiesige Volksschule: Eine Gesamtschule bestand in Galgenen schon vor der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie zählte drei Klassen, von denen eine jede Einzelne je nach Bedarf in eine Ober-, Mittel- und Unterabteilung zerfiel. Sie wurde zuerst nur von weltlichen Lehrern, später aber auch von den HH. Kaplänen aushilfsweise geleitet. Sie unterstand einer besonderen, von der Gemeinde gewählten Schulkommission, bestehend aus dem Pfarrer und 3 weiteren Mitgliedern. Die Bevölkerung zeigte sich immer schulfreundlich und machte beträchtliche Stiftungen zum Besten der Schule. Doch musste ihr guter Wille im Verlaufe der Zeit öfter in Anspruch genommen werden durch Schulsteuern und besondere Schulbeiträge, die jeweils vom Schullehrer eingezogen wurden. Später besorgte der Schulkassier dieses Geschäft. Den Armen wurde das Schulgeld erlassen.

1826 erfolgte die Einführung der Ganzjahresschule, 1836 die Teilung in Unter- und Oberschule, und 1845 wurde die Mädchenoberschule den Schulschwestern von Menzingen anvertraut. Die Schulräume waren anfänglich ganz ungenügend und mit Schülern überfüllt. Wo sich die ersten Schulstuben befanden, ist leider nicht bekannt. Die Bergschule auf der Grabenegg ist von 1854-1876 erwähnt. Als letzte Lehrerin der ehemaligen Bergschule amtete Karolina Ronner-Hegner, Stalden.

Entwicklung

Das erste Schulhaus in Galgenen wurde im Jahre 1861/62 erbaut vom einheimischen Ingenieur Josef Kaspar Diethelm (1817-1901), Bruder des damaligen Gemeindepräsidenten Johann Peter Diethelm, Chromenhof. Der Kostenvoranschlag betrug Fr. 35 000.-. Das einfache, schnörkellose und dennoch grosszügige Schulhaus im spätklassizistischen Stil war älter als die meisten Schulhäuser der Nachbargemeinden und stellte für die damalige kleine Bauerngemeinde einen gewaltigen «Lupf» dar. 1991 wurde dieses Schulhaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Den Auftrag erhielt der einheimische Architekt Toni Schnellmann, dipl. Arch. ETH/SIA. Er verstand es, den Baukörper ausgezeichnet an das Dorfbild anzupassen und darin modernen, auf die heutigen Ansprüche ausgerichteten Schulraum zu schaffen.

1911 wurde die erste Schule im Ortsteil Siebnen-Galgenen eröffnet und dort 1923 ein neues Schulhaus bezogen. Seit 1982 befindet sich in diesen Räumlichkeiten die Gemeindeverwaltung von Galgenen. Im Zuge der allgemeinen Entwicklung und dem damit verbundenen Bevölkerungszuwachs ergab sich die Notwendigkeit und das Bedürfnis nach weiteren Schullokalitäten. So wurde 1956 in Galgenen und Siebnen-Galgenen je ein neues Schulhaus erstellt. 1970 erfolgten im Rahmen der erarbeiteten Gesamtkonzeption weitere Schulhausbauten in beiden Dorfteilen. Eine weitere Ausbauetappe konnte 1990 in Siebnen-Galgenen verwirklicht werden.

In den Jahren 1972/73 konnte das neu erbaute und 1988 renovierte und mit einem Dachaufbau versehene Mehrzweckgebäude mit Turnhalle, Vereinssaal und Aussenanlagen in Betrieb genommen werden.

Ein wichtiger Markstein in der Geschichte der Gemeinde Galgenen bedeutet die Erstellung der öffentlichen Bauten auf dem Areal Tischmacherhof. Am 27. August 2011 konnten die neue Mehrzweckhalle und das neue Schulhaus eingeweiht werden. Die neue Mehrzweckhalle beinhaltet eine als zweifach konzipierte Turnhalle, welche dreifach unterteilbar ist inklusive eingebauter Bühne. Das Gebäude verfügt über eine Küche, ein Foyer mit Kiosk und einen Mehrzweckraum. Über die westliche Erschliessung erfolgt die Anbindung an den Pausenhof der Schule und die südlich vorgelagerten Aussensportanlagen. Die neue zweigeschossige Schulanlage wird im Untergeschoss über einen Lichthof mit Tageslicht bedient.

Zudem erfolgte auf das Schuljahr 2011/2012 die Einführung des Zweijahres-Kindergartens.